DURCHBLICK BLOG

Eindrücke, Gedanken und Beobachtungen zur Kunst, Ausstellungen und Kunstwerken. Informationen, Ankündigungen und Reflexionen zum Durchblick Angebot. Durchblick bespielt auch den virtuellen Raum mit den socialmedia Kanälen: snapchat, twitter, instagram  und facebook.

Das Digitale und das Analoge oder Über die Aura als „einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag“

Als Kunsthistorikerin bin ich quasi aufgewachsen und sozialisiert mit Walter Benjamin und seinem Beitrag: „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“. Es sind Gedanken aus dem Jahr 1935, als über die Fotografie und ihre Positionierung im Kunstkontext gestritten, diskutiert und manifestiert wurde. Über dieses Thema sind wir „hinweg“ und die künstlerische Fotografie ist ebenso fester Bestandteil der Kunst wie ihre Geschwister die Bildhauerei oder die Malerei. Heute geht es bereits wieder um ganz andere, neue Analysen und Positionierungen, wie der Performance und Videokunst zum Beispiel. (Aber das ist ein anderes Thema, um das es hier in diesem Blogpost erstmal gar nicht gehen wird)


Nein, worum es mir in diesem Blogpost geht, ist das UND zwischen dem Digitalen und dem Analogen. In der Rezeption, dem „Kunstsehen“ und in der Vermittlung. Beides kann sich wunderbar ergänzen und nicht ausschließen oder aufheben. Möglichkeiten der digitalen Kunstvermittlung können und sollen den Museumsbesuch nicht abwählen sondern erweitern. Das Smartphone, das Tablet und den Computer als zusätzlichen Raum nutzen, anbieten und benutzen und dadurch nicht nur neue BesucherInnen Gruppen für Museen sensibilisieren und sie an sie binden sondern auch die bestehende „Beziehung“ zu den BesucherInnen vertiefen. Der digitale Raum bietet unzählige Möglichkeiten Barriere-, Hierarchie-, und ExpertInnenlos Kunst zu rezipieren, sich Kunst anzueignen, sich damit auseinandersetzen UND einfach eine interessante Zeit mit dem was wir Kunst nennen, zu verbringen.
Wir Menschen lieben, schätzen und suchen das Authentische, das Reale, die Empfindung aber wir lieben auch das Neue, das Anregende, das unser Bewusstsein und eventuell auch unsere Ansichten erweiternde. Bei welchem Teil des Satzes meine ich nun den analogen Museumsbesuch und bei welchem Teil den digitalen und virtuellen Museumsbesuch? Also für mich, trifft beides zu. Ich empfinde im analogen und im digitalen Raum gleich und habe beide Erlebnisse genossen. Mittlerweile möchte ich weder das Eine noch das Andere missen. Und das trifft sicherlich nicht nur auf mich zu.
Ich liebe es Kunst in Ausstellungen verschiedener Museen und Kunstorte zu besuchen. Und es fällt mir im Traum nicht ein, ein entweder oder daraus zu machen. Aber oftmals fehlt die Zeit, das Geld und überhaupt die Möglichkeit einer Reise um mir alle Ausstellungen, die ich interessant finden würde zu besuchen. Und trotzdem kann ich über den digitalen Raum partizipieren.
Und um mit Walter Benjamin zu schließen: Die Aura als „einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag“ muss ja nicht nur auf den analogen Raum bezogen werden. Nachdem Benjamin die Meinung vertrat, dass die Empfindung eines Augenblicks nicht reproduzierbar wäre, da sich der gleiche Moment nie mehr wiederholt. Dann kann der digitale Raum einen selben Moment anbieten, der sich tatsächlich unendlich wiederholen lässt. Nochmals laden, nochmals klicken, nochmals sehen. Die Unnahbarkeit ist ein eigentümliches Merkmal des Kunstwerkes. Und jeder nähert sich dieser Unnahbarkeit sowieso unterschiedlich. Die einen wollen das Kunstwerk auf Daten und Fakten reduzieren, die anderen wollen es anaylisieren und die anderen einfach ansehen, die nächsten wollen all das und noch mehr.
Das Ding mit dem Digitalen soll und kann daher alle „Museumsmenschen“ wie DirektorInnen, KuratorInnen, VermittlerInnen,…zusammenbringen, aus der Reserve locken und viel neues entwickeln und anbieten lassen.
 
 
 

#digitalartwalk

Der erste digitalartwalk ging am 20. Mai zum internationalen Museumstag über die Bühne. Der digitalartwalk ist zwar kein Schauspiel oder Theater, im klassischen Sinn aber diese Metapher und die damit einhergehenden Assoziationen passen ganz gut um die Aktion zu analysieren und eine Reflexion darüber zu schreiben. Es waren eigentlich mehrere Bühnen auf denen etwas „ging“ und alle TeilnehmerInnen waren AkteurInnen, die unterschiedliche Parts einnahmen.


Konkret waren es drei Bühnen. Es gab eine zentrale Bühne, einen online Room, den alle TeilnehmerInnen von ihren Smartphones oder von ihren Computern aus, betreten haben und es sich darin erstmal gemütlich gemacht haben. Die zweite Bühne bildete das Kunsthistorische Museum in Wien, auf der sich, real gesehen als Solo, Ines Häufler, bewegt hat. Auf der dritten Bühne, der Galerie 5020 in Salzburg, bewegte ich mich. Virtuell waren aber alle TeilnehmerInnen, somit auch Ines und ich, an beiden Orten gleichzeitig. Ines und ich haben, mit unseren Smartphone Kameras, die beiden Kunstorte, die Ausstellungen und Kunstwerke auf die „Bühne“ gebracht.
„Gespielt“ haben wir also, die vereinbarte Stunde, alle gemeinsam. Wir haben zwei unterschiedliche Kunstorte, mit unterschiedlichen Schwerpunkten miteinander in Bezug gesetzt. Im Vorfeld haben wir uns jeweils drei Kunstwerkspaare ausgewählt und während dem digitalen Kunstrundgang, direkt miteinander in Bezug gebracht, miteinander verglichen und unsere TeilnehmerInnen in ein Gespräch eingebunden. Manches wurde gesagt, manches notiert. Gesagtes und geschriebenes konnte von allen Teilnehmerinnen gehört und gesehen werden. Ein historisches Museum mit Kunst aus vergangenen Epochen und Jahrhunderten in Bezug zu einem zeitgenössischen Kunstort zu bringen, war an sich schon ein spannendes Experiment. Da die TeilnehmerInnen ja an beiden Orten gleichzeitig sein konnten, waren die zwei sehr unterschiedliche Atmosphären gut zu beobachten. Aus den zu vergleichenden Kunstwerken entwickelten sich neue Perspektiven und beides, das historische und das zeitgenössische, konnte dadurch „erweitert“ rezipiert werden. Neue Geschichten konnten erzählt werden und neue Vermittlungsansätze daraus entwickelt werden.

Und für alle, die sich immer noch nichts darunter vorstellen können, gehts hier zur Zusammenfassung: Erster Digitalartwalk: Initiiert und begleitet von Ines Häufler, David Röthler und mir.

 
Erstes Bildpaar: BERNADO BELLOTTO, GENANNT CANALETTO, Wien, vom Belvedere aus gesehen, 1758/1761 mit STEFAN WIRNSPERGER, Lettered City (there never is enough time for perfection), 2017
Zweites Bildpaar: Peter Paul Rubens, „Das Pelzchen“ („Het Pelsken“), 1638 mit ELISA ANDESSNER aus der Serie landscape (1), 2015
Drittes BildpaarDavid Teniers der Jüngere, Erzherzog Leopold Wilhelm und seine Künstler in der erzherzöglichen Gemäldegalerie in Brüssel, um 1651 mit SANDRA KOSEL, Common Home, 2014-16/2017
 
Herzlichen Dank an die 5020 und an das Kunsthistorisches Museum Vienna fürs hosten und heeeeerzlichen Dank Allen, die daran teilgenommen haben. Watch out for the next #digitalartwalk 🙂
Hashtags: #InternationalMuseumDay, #imt17, #digitalartwalk #kunstsehen

#blogparade #perlenfischen. Für museumsperlen.de als Perlenfischerin in Salzburg unterwegs.

Das Blog Museumsperlen.de der Infopoint Museen & Schlösser in Bayern ist noch bis zum 14. Mai auf der Suche nach Museumsperlen und ladet im Rahmen ihrer ausgerufenen Blogparade dazu ein, sich als Perlenfischer aufzumachen und nach Museumsperlen zu fischen.

Ich habe gefischt und einen Fisch an Land gezogen. Es handelt sich dabei um die in Salzburg sehr bekannte Spezies mit dem Namen „Salzburg Museum„.

Das Salzburg Museum ist ein Museum für Kunst- und Kulturgeschichte für Stadt und Land Salzburg. Seit dem Gründungsjahr 1834 gab es einige Namens und Standortänderungen. 2005 wechselte das Salzburg Museum (früher Salzburger Museum Carolino Augusteum) zum jetzigen Standort, der sogenannten Neuen Residenz. Das Salzburg Museum betreut und betreibt aber zusätzliche Standorte und Museen wie das Panorama MuseumSalzburger GlockenspielSpielzeug MuseumFestungsmuseumDomgrabungs­museumVolkskunde MuseumKeltenmuseum HalleinStille Nacht Museum Hallein  und das Nordoratorium des DomQuartier | Nordoratorium.
 
Das Salzburg Museum hat eine sehr spannende und vielfältigst agierende Kunstvermittlungsabteilung. Das Team um Sandra Kobel entwickelt und begleitet zahlreiche Angebote für kleine und große BesucherInnen. Für BesucherInnen mit besonderen Bedürfnissen werden Programme und Workshops aus dem Bereich der „barrierefreien Vermittlung“ angeboten. Für das Projekt“leichte Sprache“ wurde das Salzburg Museum und die Kunstvermittlerin Nadja Al-Masri bereits mehrmals ausgezeichnet. Integriert in den Ausstellungsräumen, gibt es ein kleines „selfservice“ Cafe mit kostenlosem Wasser und gutem Cafe um 1.50.- und ermöglicht so den BesucherInnen eine gemütliche Pause einzulegen.
 
Bei meinem letzten Besuch habe ich zwei Ausstellungsperlen an Land gezogen.
Ausstellung Eins: Stefan Zweig, Ich gehöre nirgends mehr hin!…: Ich war positivst beeindruckt über das perfekt inszenierte Storytelling dieser „oneroom“ Ausstellung! Mir ist beim Anblick und beim Berühren der „Nazimäntel“ ein kalter Schauder über den Rücken gelaufen…Stefan Zweig hat in den Jahren zwischen 1919 und 1934 in Salzburg in einer sehr schönen Villa am Kapuzinerberg gelebt und gearbeitet. Im Zentrum der Ausstellung steht das letzte Werk, das Stefan Zweig fertig stellen konnte: die Schachnovelle. Stefan Zweig hat, besonders in seinen letzten Jahren in Salzburg sehr mit der Stadt und den Leuten hier gehadert. Auch das wird in der Ausstellung thematisiert.
Ausstellung zwei: Österreichbilder, eine Kooperation mit Rainer Iglar und Michael Mauracher. Die Ausstellung, im Rahmen eines großangelegten Fotoprojektes, ermöglicht einen dokumentarischen Blick auf Österreich mittels zeitgenössischer Fotografie. Die Ausstellung gibt Einblicke in die eigene Sammlung historischer Fotografien und eröffnet durch die Einbeziehung von zeitgenössischen Positionen einen Dialog und für die BesucherInnen interessante Einblicke in das Thema der Dokumentarfotografie, die auch in der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie verhandelt wird.
Zusätzlich zum spannenden Inhalt bietet das Salzburg Museum einen für mich auch wichtigen Nebeneffekt: Fotografieren und Filmen erlaubt. So konnte ich dazu auch eine Snapchatstory gestalten und Bilder auf meinen Instagram Account laden.
Ein wunderbarer Nachmittag beim #perlenfischen und #kunstsehen.
 
 

durchblicke_zeitgenössische Kunst in Salzburg Galerienrundgang

Für alle KunstgenießerInnen und solche, die es noch werden wollen!
Salzburgs Galerien und Kunstinstitiutionen zeigen spannende Ausstellungen und bringen zahlreiche national und international angesehene Künstlerpersönlichkeiten und ihre Werke nach Salzburg. Mit der einmal im Quartal stattfindenden Vermittlungsreihe „durchblicke“ bekommen die TeilnehmerInnen Einblicke in das aktuelle Ausstellungsangebot.
 
Gemeinsam mit mir, wird in entspannter Atmosphäre über das Gesehene gesprochen, kleine Skizzen mit Bleistift angefertigt und dazu angeregt dem eigenen „Kunstsehvermögen“ zu vertrauen um einen Austausch zwischen BetrachterIn und Kunstwerk beginnen lassen zu können.
 
Rundgangsprogramm für Samstag, 25. März 2017:
Galerie Thaddaeus Ropac: Marc Brandenburg, „Alpha St“
Galerie 2cforArt: Florian Fausch, „Schellack“
Galerie Weihergut: Lucas Suppin und Paul Raas
Periscope: Gold Extra: Future Rearview – Ein Rückblick in die Zukunft
 
Wann: Samstag 25. März, 2017
Dauer: 10 Uhr bis 13 Uhr
Treffpunkt: Galerie Thaddaeus Ropac, Mirabellplatz 2, 5020 Salzburg
 
Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten: anita@kunst-durchblick.at,
T: +43-650-2753550
Die durchblicke Galerienrundgänge sind eine Veranstaltung von Durchblick Kunstvermittlung in Kooperation mit der WKS_Wirtschaftskammer Salzburg und in Zusammenarbeit mit den Galerien und Kunstinstitutionen.
Nächste Rundgangstermine: 24.6.2017 und 14.10.2017 
 
 

#thisaintartschool an der EBS Kuchl

FÜR EIN MODUL AN DER EBS KUCHL (SCHULE FÜR EINRICHTUNGSBERATER, INTERIOR DESIGN SCHOOL KUCHL) IN DER ICH DAS KOMBINATIONSFACH KUNSTFORMENLEHRE/KUNSTBETRACHTUNG UNTERRICHTE, HABE ICH EINE METHODE BEGLEITET, ÜBER DIE ICH IN DIESEM POST BERICHTEN MÖCHTE. MIT DER METHODE HABE ICH DEN NEU ZU BEHANDELNDEN, ZEITLICHEN UND INHALTLICHEN BEREICH DES 20. UND 21. JAHRHUNDERTS IN DER BILDENDEN KUNST EINGEFÜHRT.

Die vermittlerische Intension dieser Methode besteht darin, die SchülerInnen auf den Spuren der „Seh und Wahrnehmungsvorgänge“ von ausgewählten KünstlerInnen zu schicken und durch #nachahmen und #interpretieren in den Entstehungsprozess eines Kunstwerkes eintauchen zu lassen. Mit dem vermittlerischen Ziel den Rezeptionsvorgang und das Rezeptionsverhalten zu erweitern und dadurch weitere Verständnisebenen einzuweben. Die Fotografie eignet sich inhaltlich aber auch insbesondere als Gestaltungsmittel.
In der Entwicklung dieser Methode haben mich einige Inspirationsquellen beeinflusst. Die zeitlich älteste Inspirationsquelle liegt mit Johann Joachim Winckelmanns Schrift „Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst“ im 18. Jahrhundert. Winkelmann hat mit seinen Gedanken zur #nachahmung maßgeblich zum Ausbildungsszenario von jungen Künstlern beigetragen und auch mich in meinen Überlegungen, wie ich Kunst den angehenden EinrichtungsberaterInnen innerhalb eines Schuljahres näher bringen soll, angeregt. Ein zeitlich gesehen großer Sprung, ins 20. Jahrhundert, lässt mich bei der appropriation art landen.
Die appropriation art ist eine Ausdrucksform der zeitgenössischen Kunst, innerhalb derer sich KünstlerInnen, Arbeiten anderer KünstlerInnen #aneignen, #nachahmen, #nachstellen und mit bewussten und strategischen Überlegungen neue Kunstwerke entstehen lassen. Meine dritte Inspirationsquelle ist der Instagramaccount: this ain´t artschool. Kurz TAAS, laden ihre Follower in regelmäßigen Abständen dazu ein #assignment Fotos zu verschiedenen KünstlerInnen zu machen und dann zu posten.
Für die #assignments der EBS Kuchl SchülerInnen habe ich die KünstlerInnen: Bernd und Hilla Becher, Henri Cartier Bresson (Serie Rain und Street Fotografie), Andreas Gursky, Thomas Ruff, Lee Friedlander, Vali Export (Serie Körperkonfigurationen) und Elina Brotherus ausgewählt. Die SchülerInnen zogen per Zufallsprinzip eine Künstlerpersönlichkeit. Bei 32 SchülerInnen entwickelten sich daher also sieben Gruppen zu jeweils 4, 5 SchülerInnen.
Die Beobachtungen der Entstehungsprozesse sind mit ein paar Wörtern zusammenzufassen: Spaß, Lachen, kreative Ideen, spontane Lösungen, volle Konzentration. Obwohl es mir in erster Linie nicht um die Resultate ging, war ich dennoch verblüfft wieviele, wirklich tolle Bilder entstanden sind. Ob durch diese Methode das vermittlerische Ziel erreicht werden konnte, wird sich erst in den folgenden Modulen herausstellen. Darüber werde ich noch berichten.

durchblicke_zeitgenössische Kunst in Salzburg
In sachen #kunstehen unterwegs

In dieser Reihe kann man mir auf einem digitalen Rundgang zu unterschiedlichen Ausstellungsorten folgen. Der nächste reale Rundgang „durchblicke_zeitgenössische Kunst in Salzburg“, wird im März 2017 stattfinden. Im Rahmen von Durchblick kann man natürlich auch individuelle #kunstsehen Runden buchen: Infos zu Rundgänge und Workshops.

Der heutige Tipp bezieht sich auf eine temporäre Rauminstallation von Melanie Greußing und Wolfgang Schwarzmann, im Rahmen des Projekts „Vorübergehend Kunst“ausgehend vom Fonds Kunst am Bau Salzburg.
Eine größere Auslagenfläche im Amtsgebäude des Landes Salzburgs in der Fanny-von-Lehnert-Str.1/ Ecke Karl-Wurmb-Str.17 wird seit einigen Monaten von unterschiedlichen KünstlerInnen bespielt. Derzeit läuft (im wahrsten Sinne des Wortes) die Installation „5062“ von Melanie Greußing und Wolfgang Schwarzmann. 5062 orange Tontauben aus schwarzem Ton mit einem Durchmesser von 110 mm und eine steuerbare schwarze Kugel mit einem Durchmesser von 1.800 mm haben die Auslagenfläche eingenommen. Der Raum wurde für diese Arbeit als white cube umfunktioniert, sodass der Fokus auf die sehr reduzierten Flächen, Formen, Oberflächen und Farben gelegt werden kann. Eine gleichmäßige Beleuchtung hebt die Kontraste zwischen der schwarzen Kugel, den schwarzen Scherben, der leuchtend orangen Farbe und dem weißen Raum klar hervor. Die Formen und Oberflächen der Tontauben sind rund, glatt, ebenmäßig. Eine Tontaube gleicht exakt der anderen. Aufgestellt in „Reih und Glied“ bedecken sie die gesamte Bodenfläche. Diese Ordnung wird formal bereits von der großen schwarzen Kugel aufgehoben, die durch ihr Volumen nicht nur Bodenfläche sondern auch Raumfläche für sich einnimmt. Die Kugel steht statisch, keine Bewegung sichtbar. Dennoch zieht sich bereits eine Spur der Zerstörung hinter ihr her. Einzelne Tontauben sind zerbrochen und zermalmt und brechen die Ordnung durch die kleinen unterschiedlichen Formen, die sich daraus ergeben erneut auf. „Und sie bewegt sich doch…“  Die Kugel muss sich bewegt haben, denn ansonsten wäre diese Spur nicht zustande gekommen. Und würde man morgen oder übermorgen wieder „vorübergehen“ wird die Spur ein weiteres Stück gewachsen sein oder drastischer ausgedrückt als „Vorübergehende“ könnten wir der fortlaufenden Zerstörung zusehen. Die Assozoationskette rollt…Zerstörung, Vergänglichkeit, Tod, Erstarrung, Bewegung, Gewalt, Krieg, Diktatur, Gesellschaft, Raster, Struktur. Ist Befreiung aus der Erstarrung möglich?
 
Melanie Greußing, bildende Künstlerin, lebt und arbeitet in Linz und war Partiziatorin am Projekt goldilocks effects 2016. Wolfgang Schwarzmann, Architekt und bildender Künstler, lebt und arbeitet in Vorarlberg
Die temporäre Rauminstallation 5062 ist noch bis Mitte Jänner zu sehen. Einfach vorübergehen!

Zwischen Inhalten und Technologien (#neustART)
Dieser Text entsteht aufgrund meiner Teilnahme an der von Christian Fehr ausgerufenen Blogparade, eingebettet im Rahmen der fünf im November stattfindendenen Startcamps (Wolfsburg, Bonn, Bern, Essen und Wien) zu Themen rund um das Schlagwort „digitale Transformation“.

Die Startcamps Bern, Essen und Wien haben sich inhaltlich abgestimmt und aus den Ergebnissen und Überlegungen dieser drei Startcamps soll ein eBook entstehen, indem die digitale Transformation und die «Kultur der Digitalität» inhaltichen Raum bekommen wird.
Das Thema des Startcamps in Wien am 21. November, an dem ich auch teilnehmen werde, bekam den Titel: Zwischen Inhalten und Technologien (#neustART). Hauptfokus liegt am Bereich der Unternehmungen um neue Strukturen, Prozesse und Strategien in und für Kulturorganisationen zu entwickeln und zu begleiten. Es soll primär der Frage nachgegangen werden wie die neuen Technologien genutzt werden können, um Inhalte zu kommunizieren.
Kultureinrichtungen befinden sich also schon inmitten einer digitalen Transformation. Viele Kultureinrichtungen scheinen das aber noch gar nicht zu wissen oder wenden aus einer Überforderung heraus, die Taktik der drei Affen an: Nichts sehen, nichts hören, nichts reden.[I]
Um was für eine Transformation geht es nun und wieso macht sich dort oder da Überforderung breit während andere, bereits mit vollem Elan, Eifer, Freude und Lust die digitale Realität in ihre Häuser oder Institutionen lassen?
„Kultur an der real-digitalen Schnittstelle“ als Überlegungsausganspunkt für den Beitrag der Blogparade hebt die drei wesentlichen Situationen hervor, die diese Transformation im Kultursektor einleiten und begleiten. Realität, Digitalität und Schnittstelle. Der Begriff Schnittstelle umschreibt allerdings weniger eine Situation als ein Faktum, einen Bereich, der die Realität zur Digitalität trennt, weil Schnitt. Obwohl mir genau diese „Schnittstelle“ das wesentliche Element erscheint um die Überlegungen zu vertiefen, möchte ich zunächst an der Definition von Realität und Digitalität weiterdenken und ob es tatsächlich einen Schnitt benötigt um diese beiden Situationen voneinander abzutrennen um in eine Transformation zu gelangen. Das Kombinationswort real-digital ist ein zusammengezogenes, durch den Bindestrich wieder getrenntes Wort, zusammengesetzt aus dem Wort Realität und Digital.
Realität aus dem lateinischen Wort realitas, ‚Wirklichkeit‘; über res, Sache, Ding, Wesen, hergeleitet, beschreibt: Ja was eigentlich? Nachdem sich Generationen von Philosophen an dem Realitätsbegriff abgearbeitet haben, kann die allgemeingültige Definition nicht so einfach hinzuschreiben zu sein. Also lassen wir das mal so stehen. Irgendwie wissen wir schon, was mit Real und Realität gemeint ist. Oder jeder von uns hat für sich eine Definition gefunden. Somit können wir davon ausgehen, gibt es viele unterschiedliche Vorstellungen von Realitäten. Vor allem, seit das digitale soviel Raum in unserer Realität einnimmt, wird uns eventuell die Realität deshalb umso bewusster.
Eventuell fällt es also leichter bei Digitalität einzusteigen. Was bedeutet nun Digital oder Digitalität? Digital oder digital (aus lateinisch digitus „Finger“) steht für: den Finger betreffend, mit dem Finger, ein nicht analoges, diskretes oder abgestuftes Signals, siehe Digitalsignal, Digitaltechnik, Digitale Daten, Digitale Medien.
Digitalität schließt immer technische Begleitung mit ein. Konkret, die Technik rund um Computertechnologie. Die Nutzung dieser Techniken in unserer „Realität“ hat seit mehr als zwanzig Jahren unterschiedlichste und variantenreiche Auswirkungen, die mit „Digitale Revolution“ oder „digitaler Wandel“ beschrieben sind.
Es ist uns also bewusst, dass Digitalität bereits Teil unserer Realität ist. Diese Interaktion befindet sich in einer permanenten Weiterentwicklung. Das was gestern noch nicht einmal angedacht war, ist heute bereits „Realität“ und wird morgen wieder etwas neuem abgelöst oder weiterentwickelt oder hilft um eine Transformation stattfinden zu lassen. Und dazwischen befindet sich nun diese Schnittstelle.
Die Schnittstelle möchte also etwas definieren, Raum aufmachen. Im Sprachgebrauch wird für „Schnittstelle“ gelegentlich auch „Nahtstelle“ benutzt, besonders um den verbindenden (gegenüber dem trennenden) Charakter von Schnittstellen hervorzuheben. Die Schnittstelle oder das Interface ist der Teil eines Systems, welcher der Kommunikation dient.
Der Begriff „Schnittstelle“ stammt ursprünglich aus der Naturwissenschaft und bezeichnet die physikalische Phasengrenze zweier Zustände eines Mediums. Kultur[II] wenn sie sich als Schnittstelle oder als Interface einsetzen lassen möchte, kann also zwischen Realität (als Phase) und Digitalität (als Phase) vermitteln und wie oben beschrieben Kommunikationstool sein.
Kultur, an der Schnittstelle, das heisst sie befindet sich in der Nähe dieser Schnittstelle. Das heisst die Schnittstelle, der Raum, die Überlappung, ist etwas anderes als die Kultur selbst.
Die Kultur an der real-digitalen Schnittstelle kurz KADRDS kann sich in eine aktive oder eine passive Rolle begeben. In der aktiven Rolle kann sie sich der vielen Möglichkeiten bedienen um Kommunikation zwischen Menschen und Dingen in Gang zu setzen oder um konkrete Inhalte kommunizieren zu lassen. Beispielweise können Museumsbesucher mittels Smartphone oder Tablets in Kommunikation mit KuratorInnen KünstlerInnen oder anderen BesucherInnen treten. Diese Kommunikationswege, Formen und die sich daraus ergebenden „Formate“, gilt es zu entwickeln. Mit Videos, Augmented Reality und sicherlich in Kürze weiterhin erfundenen technischen Tools können neue Möglichkeiten gefunden werden um Inhalte zu vermitteln. Daraus können sich zudem zusätzliche, komplett neue Inhalte ergeben, die in der analogen Ausstellungspraxis bis dato noch gar nicht eingesetzt werden können.
Die „analoge“ Ausstellungspraxis oder „analoge“ Vermittlung kann dadurch bestehen bleiben, bekommt aber zusätzliche Ebenen, deren sie sich bedienen wird können .
Anfang 19. Jahrhundert, mit der Erfindung der Fotografie, hat schon einmal ein digitaler Transformationsprozess stattgefunden. Ein Prozess der über ein technisches Tool zwischen Realität und Produkt – haltbar gemachter Realität vermittelt hat. Mit dem Einsetzen der digitalen Fotografie konnte abgesehen von der leichteren Handhabe, der billigeren Produktion, auch eine neue Form der Realität eingeführt und als Realität verkauft werden. Die Fotografie zeigte von nun an nicht mehr nur die reale Realität sondern konnte eine neue, fiktive Realität erschaffen und visualisieren. Allen Unkenrufen zum Trotz ist die analoge Fotografie nicht untergetaucht oder wurde von der digital Fotografie abgelöst, sondern sie existieren beide nebeneinander und werden je nach Bedarf eingesetzt.
Dieses zurückblicken, könnte eventuell den SkeptikerInnen im Museumskontext helfen um die digitale Transformation nicht nur zuzulassen, sondern selbst zu steuern und durch Teilhabe in diese Transformationsprozesse integriert sein.
Diese neuen, zusätzlichen Möglichkeiten zur Kommunikation werden auch neue Berufsfelder in den Kultureinrichtungen entstehen lassen. Kultureinrichtungen werden üblicher Weise immer noch in einem sehr hierarchisch aufgestelltem System geführt. Die Gesellschaft, also wir, entwickeln uns aber um und weiter und wir möchten unser Leben und unseren Arbeitsalltag selbstbestimmter und vor allem gleichwertiger leben. Die Position rund um digitale Vermittlung bedingt es gerade, diese Strukturen aufzubrechen, da Transparenz zwischen den Abteilungen eine Voraussetzung ist um neue Formate zu entwickeln. Durch diese Transparenz und Kommunikation entsteht eine Plattform auf der sich die einzelnen Mitarbeiter der verschiedenen Arbeitsfelder einer Kulturinstitution austauschen, abgleichen und ergänzen können um gemeinsam für Innen und Aussen spannende und ehrliche Kulturarbeit leisten zu können. Immer die BesucherInnen, das Publikum, die „Audience“ im Fokus.
In der passiven Rolle, kann die KADRDS selbst Projektionsfläche werden um anderen Dingen oder Menschen aktive Rollen ausüben zu lassen und interaktive Elemente, die analog aus Kosten oder Zeitgründen nie möglich wären, eingesetzt werden. Es kann dadurch zu einem Rollenwechsel der üblicherweise passiven RezepientInnen kommen. Denn durch technische Tools kann der Rezipient aktiv z.B. in eine künstlerische Arbeit einsteigen, es weiterdenken oder verändern. Das Initiieren von Rollenwechseln von RezipientInnen in KuratorInnen, DramaturgInnen, KomponistInnen, IntendantInnen…[III] Dadurch könnte sich auch der Begriff des „rezipierens“ transformieren.
Abschließend möchte ich nochmal zu einem der Ausgangsgedanken zurückkehren „ob es tatsächlich einen Schnitt benötigt um diese beiden Situationen (real und digital) voneinander abzutrennen um in eine Transformation zu gelangen.“ Die verbindenden Qualitäten von Kultur können durch ihren Vermittlungansatz auf jeden Fall eine bewusste „Nahtstelle“ ausüben. Das Interface für diesen Transformationsprozess darstellen. Kultur an der real-digitalen Schnittstelle kann diesen neuen Raum, durch neue Personen, Arbeitsfelder, Ideen, Formaten, Programmen, Zugängen nicht nur füllen sondern im Hinblick auf den „User“ und der „Audience“ spannende neue Wege gehen. Mal schauen wohin…Ich bin auf jedenfall gerne mit dabei!
 
[I] Die Autorin des Beitrages lebt und arbeitet in Salzburg und bezieht ihre Mutmaßungen
konkret auf Beobachtungen der Salzburger Kunstszene. Die Gründe dafür könnte man in einem anderen Beitrag analysieren. In Salzburg gibt es definitiv spannendes Entwicklungspotential.
[II] Wenn in diesem Artikel von „der Kultur“ geschrieben wird, bezieht sich die Autorin auf kulturelle Institutionen, Vereinen oder Einzelpersonen die Kunst auf der Bühne, im Museum, im Ausstellungskontext Allgemein und im öffentlichen Raum präsentieren.
[III] Das Computerspiel FIFA16 z.B., bedient sich, in der Welt des Fussballs, dieser Elemente. Es ermöglicht unterschiedliche Rollenwechsel der SpielerInnen.
 

Bildbeispiel 1: Markus Lüpertz
Bildbeispiel 2: David Fissthaler „negative spaces“
 

durchblicke_zeitgenössische Kunst in Salzburg
In sachen #kunstehen unterwegs

In dieser Reihe kann man mir auf einem digitalen Rundgang zu unterschiedlichen Ausstellungsorten folgen. Der nächste reale Rundgang „durchblicke_zeitgenössische Kunst in Salzburg“, wird im März 2017 stattfinden. Im Rahmen von Durchblick kann man natürlich auch individuelle #kunstsehen Runden buchen: Infos zu Rundgänge und Workshops.


Der heutige Tipp bezieht sich auf die Jahresausstellung: KünstlerInnenaustausch 2016 der Stadt Salzburg, in der Galerie Mozartplatz 5. Seit 1986 können sich KünstlerInnen im Rahmen dieser Förderaktion um ein Auslandsstipendium bewerben und aus einer der Partnerstädte und dahinter stehenden Institutionen wählen oder sich ihren Aufenthalt im Rahmen eines Stipendiums selbst zusammenstellen. Zu den Partnerstädten gehören Budapest, Dresden, Meran, Minnesota, Temeswar, San Angelo, Vantaa und Wien, Dieses Jahr konnten neun KünstlerInnen am AIR-artist in residence Programm der Stadt Salzburg teilnehmen.

Manche KünstlerInnen erarbeiten ein konkretes Thema und nutzen den Aufenthalt als prozessorientiertes Forschen und manche nutzen die jeweilig vorhandenen Arbeitsstätten um konkrete Arbeiten umzusetzen. Die Auswahl obliegt einer Jury, die aus den Konzepten der Einreichungen und Bewerbungen die Plätze vergibt.
Martina Stock hat sich über das AIRstipendium ihren Aufenthalt an der Stiftung Starke in Berlin finanziert. Die dort vorhandene Infrastruktur ermöglich das Entstehen der großformatigen Serigrafien.  Zwei davon zeigt sie auch in der Ausstellung in der Galerie am Mozartplatz 5. Die beiden Arbeiten gehören zu ihren Projekten „Der blaue Eros“ und „Der rote Morpheus“. Die Druckgrafik als gewähltes Medium im Hintergrund sehend, könnte man auch „einfach“ von einer Serie oder einem Zyklus sprechen, die oder der auch jene Arbeiten beinhaltet, die hier in der Ausstellung zu sehen sind. Sie spricht aber sehr bewusst von Projekten. Denn Martina Stock kombiniert zwei Kunstgattungen, die der Musik und die der bildenden Kunst. Als Musikerin nutzt sie die Harfe, als bildende Künstlerin das Medium der Druckgrafik vorzugsweise die Technik der Serigrafie, um sich künstlerisch auszudrücken und in Kommunikation mit ihren RezipientInnen zu gehen. Innerhalb der beiden Themen „Der blaue Eros“ und „Der rote Morpheus“ kombiniert, überlagert und übersetzt sie zwischen den Medien, zwischen Musik und bildender Kunst und entwickelt in einem inspirierenden Prozess ihre Konzepte. Es entstehen Performances, in der ihr bildnerisches Werk und auch sie selbst als Protagonistin und Musikerin in Beziehung mit ihren RezipientInnen tritt.
Bernhard Gwiggner hielt sich über einige Wochen in den USA am Gastatelier im Anderson Center in Minnesota auf. Auf der Suche nach Strategien, europäische Kultur besser verstehen zu wollen, wählte Bernhard Gwiggner die Ferne um von dort einen anderen, differenzierten Blick auf Europa zu bekommen. Den Aufenthalt in den USA stellt er nun in in Bezug mit Aufenthalten in China. Zwei Machtdominanten und sich dadurch definierenden Großmächten. Bernhard Gwiggner entwickelte für seine Recherchearbeit, die VTR Methode – das visual-textual-recording. Es ist eine Methode des Aufzeichnens all jener Wahrnehmungen, die ihm in diesen Bereichen bewusst werden. Einen kleinen Eiblick seiner visualisierten Recherchemethode ist in der Ausstellung zu sehen und zu lesen. Dabei begegnet man Skizzen und Textfragmenten über Personen die ihm tatsächlich über den Weg gelaufen sind, zu Querverweisen über diktatorisches Gedankengut, zu Gedanken von Schriftstellern und dabei behält er die Verbindung zur europäischen Kultur immer im Auge.
img_6366David Fisslthaler nutzte die Kooperation zu Batolit, einem Konzept basierend auf einem Ausstellungsraum und einer Residencymöglichkeit in Wien um sich einerseits mit der Wiener Kunstszene zu vernetzen und andererseits an seiner Serie „Negative Spaces“ weiterzuarbeiten. David Fisslthaler studiert derzeit an der Kunstuniversität Linz visuelle Kommunikation für Fotografie. Er kommt aus dem Bereichen multimedial Art und Film, die er an der FH Salzburg studiert hatte. Zentrales Thema seiner Serie „Negative Spaces“ ist der Raum. Der Zwischenraum genauer gesagt. Ihn interessiert der Negativraum, der sich zwischen Architektur und Umraum bildet. Der Umraum, erst entstanden durch die Architektur, rückt in seinen Fokus und öffnet dem Betrachtenden eine zusätzliche Wahrnehmungsebene der Realität. Diese Welt dazwischen konfrontiert mit Formen, die neue Assoziationsflächen bieten kann.
Teilnehmer:
Veronika Aztwanger // Rebekka Katharina Bauer // David Fisslthaler // Csaba Fürjesi // Bernhard Gwiggner // Thomas Hört // Sigrid Kurz // Martina Stock // Monika Maria Weiss
Galerie Mozartplatz 5:
Der Ausstellungsort gehört zu den Galerien der Stadt Salzburg und wird von der Kulturabteilung der Stadt Salzburg betreut. (weitere Ausstellungsorte der Stadt Salzburg sind der 2016 neu eröffnete Museumspavillon, der Zwergerlpavillion, Stadtgalerie, Galerie Säulenhalle und die Fabrik) mehr Informationen dazu: Galerien der Kulturabteilung Stadt Salzburg
Ausstellungsdauer: 
17.11.- 16.12.2016

Bild 1: Ausstellungsansicht, David Fisslthaler
Bild 2: Ausstellungsansicht, Martina Stock
Bild 3: Ausstellungsansicht, Bernhard Gwiggner

durchblicke_zeitgenössische Kunst in Salzburg
In sachen #kunstehen unterwegs

In dieser Reihe kann man mir auf einem digitalen Rundgang zu unterschiedlichen Ausstellungsorten folgen. Der nächste reale Rundgang „durchblicke_zeitgenössische Kunst in Salzburg“, wird im März 2017 stattfinden. Im Rahmen von Durchblick kann man natürlich auch individuelle #kunstsehen Runden buchen: Infos zu Rundgänge und Workshops.


 
Der heutige Tipp bezieht sich auf die aktuelle Ausstellung in der Säulenhalle im Salzburger Rathaus. „DER MENSCH IST GAR NICHT GUT“ ist ein Ausstellungsprojekt im Kontext des Werkes von Bertold Brecht. Die beiden Künstlerinnen und in diesem Fall auch Kuratorinnen, Gloria Zoitl und Jutta Brunsteiner haben den 60. Todestag Bertold Brechts und dessen „kurze und heftige Beziehungskrise zu Salzburg“ zum Anlass genommen um sich gemeinsam mit zwölf weiteren KünstlerInnen aus Salzburg und Dresden künstlerische Gedanken zu Bert Brechts Werke und zu seiner Person zu machen. Die Ausstellung zeigt die sehr unterschiedlichen künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Schriftsteller Bert Brecht.
Was Brecht nach Salzburg geführt hatte, was seine österreichische Staatsbürgerschaft und die Salzburger Festspiele damit zu tun haben und was es mit seinem Stück „Salzburger Totentanz“ auf sich hat, beschreibt Kurt Palm in diesem kurzen Essay: Kurt Palm zu Bert Brecht und Salzburg.
 
Manche KünstlerInnen haben direkten Bezug auf konkrete Werke genommen, andere auf persönliche Aussagen Bert Brechts aus seinem politischen Denken heraus, andere haben das Thema umkreist. Ausgangspunkt dieser Umkreisungen kann das literarische Werk von Bert Brecht sein aber auch der Mensch Bert Brecht, seine persönlichen Lebenseinstellungen und Umstände oder sein politisch motiviertes Handeln und Denken. Die politische Situation und der zeitliche Rahmen aus dem heraus Bert Brecht arbeitete, öffnet ein zeitgeschichtliches Thema, welches sich tragischerweise und ausrufungszeichenweise Tagespolitisch genauso relevant und brisant zeigt, wie in den Jahren vor und nach dem zweiten Weltkrieg.
Gloria Zoitl erarbeitet ihre Präsentation anhand eines Briefes, welchen Bert Brecht verfasst hatte, indem er Beobachtungen zur Emigration anstellte, die eins zu eins Bezüge zu Beobachtungen zur Flüchtlingsthematik unserer Tage herstellt.
Stefan Heizinger überarbeitet eine Originalzeichnung aus dem Jahr 1941, des Hobbykünstlers Hauptmann Karl Burians. Mit zeichnerischen und textlichen Mitteln wird hier im Namen Brechts einer Aufforderung getätigt. Wählen gehen, ein weiteres politisch brisantes Thema dieser Tage.
Elisabeth Schmirl hat sich die persönliche Einstellung zu Frauen in Brechts Leben näher angesehenen. Schmirl stellt eine Hommage an Elisabeth Flora Charlotte Hauptmann ins Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Hauptmann, selbst Schriftstellerin und langjährige Mitarbeiterin Bert Brechts war auch eine zeit lang seine Geliebte. Elisabeth Schmirl erarbeitet sich das Thema der Gleichstellung der beiden als ebenbürtige Schriftsteller anhand eines Textes von Walt Withman „to a comon prostitute“ bei dem es um die Gleichstellung von Frauen und Männern im Allgemeinen geht.
Johannes Ziegler zeigt malerische Arbeiten, gemalt mit Kaffee und Tee basierend auf einzelnen Passagen der Parabel von Bertold Brecht. Herr Keuner oder öfters auch Herr K. wird von Bert Brecht eingesetzt um seine eigenen Meinungen und Ansichten kundzutun.
Teilnehmer:
Olaf AMBERG // Grit BIERMANN // Jutta BRUNSTEINER // Renate CHRISTIN // Susan DONATH // Helga GASSER // Stefan HEIZINGER // Thomas KOHL // Bernhard LOCHMANN // Gian Piero MANCA // Elisabeth SCHMIRL // Anne Theresa WITTMANN // Johannes ZIEGLER // Gloria ZOITL
Galerie Säulenhalle Rathaus
Der Ausstellungsort gehört zu den Galerien der Stadt Salzburg und wird von der Kulturabteilung der Stadt Salzburg betreut. (weitere Ausstellungsorte der Stadt Salzburg sind der 2016 neu eröffnete Museumspavillon, der Zwergerlpavillion, Stadtgalerie, Galerie Mozartplatz 5 und die Fabrik) mehr Informationen dazu: Galerien der Kulturabteilung Stadt Salzburg
Ausstellungsdauer:
9. – 28.11.2016 (Anschließend wird die Ausstellung auch in Dresden gezeigt.)
bei freiem Eintritt

Einladung zu einer ungezwungenen Nachmittagsvorstellung, Freitag 21. Oktober, 2016

MARTINA MÜHLFELLNER
„circus so on…“

Freitag, 21. Oktober, 2016
16 Uhr bis 19 Uhr
mit Martina Mühlfellner und Anita Thanhofer
Für kulinarische Begleitung ist gesorgt.
 
Bei circus so on . . . der aktuellen Ausstellung der Salzburger Künstlerin Martina Mühlfellner in der Galerie Trapp, steht keine nostalgische Zirkusästhetik im Vordergrund. Es geht um die Gegensätze einer funkelnden Scheinwelt nach außen und die sozialen Strukturen des Zirkus nach innen. Martina Mühlfellners Arbeit bewegt sich analog dazu ebenfalls in Gegensätzen, zum einen in langsam erzeichneten Flächen, zum anderen wird das Thema in spontan wirkenden, mit pinken Nylonfäden bespannten, Nagelbildern abgehandelt. Mühlfellners profunde Erfahrungen in der zeitgenössischen Schmuckgestaltung verleiht auch dieser Serie ihre spezielle Einzigartigkeit. So finden sich glitzernde Silberketten in Installationen und als raffiniert inszenierte Zirkussujets wieder.
Die Ausstellung geht aus einer Kooperation mit goldilocks effects und der Galerie Trapp hervor. 
Galerie Trapp, Griesgasse 6 (1. Stock)
Martina Mühlfellner: „circus so on..“
Dauer der Ausstellung: 29.09. – 29.10.2016
Wir freuen uns auf Deinen/Ihren Besuch!